Um auch in Zukunft den Informatikunterricht in Schulen qualitativ hochwertig durchführen zu können, werden weitere Lehrkräfte in diesem Bereich benötigt. Die Nachqualifizierungsmaßnahme zum Erwerb der Fakultas Informatik steht deshalb Lehrkräften von Gymnasien und Realschulen aller Fächerkombinationen offen.
Falls Sie Interesse an einer Teilnahme an der Maßnahme haben, kontaktieren Sie bitte Ihre Schulleitung.
Informationen zu Ablauf und Inhalten der Maßnahme
- Dauer der Maßnahme: 2 Schuljahre (4 Semester), Ziel Staatsexamen nach 4 Semestern
- Präsenztage an der Uni Erlangen: Montag oder Freitag, jeweils 14-tägig
- Kontakt bei Fragen über ddi-nachqualifikation@fau.de
- Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind neben dem Beruf als Studierende im Erweiterungsfach Informatik eingeschrieben und erhalten ein ermäßigtes Stundenkontingent
- Studienbegleitend erwerben Sie die Zulassungsvoraussetzungen zum Ersten Staatsexamen gemäß LPO I §69(4) für vertieftes Studium bzw. LPO I §49(4) für nicht vertieftes Studium.
- Basierend auf dem Kerncurriculum für das Staatsexamen im Fach Informatik werden im Laufe der Maßnahme Fachkenntnisse in folgenden Bereichen erworben:

Die Qualifizierungsmaßnahme ist derart konzipiert, dass von den Teilnehmerinnen und Teilnehmer neben der Präsenzzeit an der Universität ein intensives Selbststudium und das selbstständige Erledigen von Übungsaufgaben erwartet wird. Dies ist unverzichtbar für das erfolgreiche Abschließen der Maßnahme und erfordert mehr Einsatz als die gewährte Stundenermäßigung. Sie absolvieren ein Studium neben Ihrem Beruf und sollten sich bewusst sein, dass dies zeitlichen Mehraufwand bedeutet.
Wie kann ich mich bereits vor Beginn der Maßnahme vorbereiten?
Wir erwarten von Ihnen nicht, dass Sie mit informatischen Vorkenntnissen in die Maßnahme starten, allerdings ist insbesondere im Bereich der Programmierung die Lernkurve sehr steil. Daher empfehlen wir, sich mit Grundlagen der Programmierung und insbesondere der Programmiersprache Java bereits etwas vertraut zu machen. Besonders geeignet ist hier die Arbeit mit didaktischen Umgebungen wie Greenfoot oder der visuellen Programmiersprache Snap! . Beispiele für ein sehr gutes Tutorial für den Umgang mit Greenfoot oder für den Einstieg in Snap! sind hier verlinkt. Sie müssen nicht die gesamten Tutorien durcharbeiten, es geht vielmehr ums Ausprobieren, selbst gestalten und Spaß am Programmieren haben!
Zusammenfassung
Die Präsenztage finden an der Uni Erlangen jeweils am Montag (Start 2024 und 2026) oder Freitag (Start 2025) in einem 14-tägigen Rhythmus statt. Die Sitzungen sind in der Regel in Präsenz und finden nur in Ausnahmefällen online statt. Normalerweise dauert ein Präsenztag von 9:00 bis 16:00 Uhr. Leichte Abweichungen sind aber möglich. Die Veranstaltungen finden in der Martensstraße 3 am Südgelände der FAU statt. Über den genauen Raum wird vor der ersten Sitzung per Mail informiert.
Zwischen den Präsenzsitzungen stehen Materialien zum Selbststudium bereit (Videos, Übungsblätter, Literatur, etc.). Für die Bearbeitung des Materials steht insbesondere der schulfreie Tag zwischen zwei Sitzungen zur Verfügung.
Die vom Ministerium zur Verfügung gestellten fünf Anrechnungsstunden reichen erfahrungsgemäß nicht aus, um das Arbeitspensum zu bewältigen. Der tatsächliche Aufwand ist schwer abzuschätzen, da er sehr stark von individuellen Faktoren wie z.B. von bereits vorhandenen Vorkenntnissen abhängt.
Am Ende der meisten Module gibt es eine Online-Klausur (Ausnahme: Technische Informatik und SEP, siehe unten). Diese dient lediglich der Erhebung des eigenen Lernstandes und hat keine bewertungstechnische Relevanz.
Es gelten die Zulassungsvoraussetzungen zum Ersten Staatsexamen gemäß LPO I §69(4) für das vertiefte Studium bzw. LPO I §49(4) für das nicht vertiefte Studium. Alle anderen Module bereiten direkt auf die Prüfungsinhalte des Examens vor, sind aber keine formal zu bescheinigenden Voraussetzungen.
Im Softwareentwicklungspraktikum entwickeln die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen eine Softwarelösung für ein selbstgewähltes Problem. Die Projekte können von der Programmierung eines Verwaltungstools für Schulen bis hin zur Implementierung eines beliebten Spiels reichen. Der gesamte Entwicklungsprozess wird abgedeckt, einschließlich der Software-Spezifikation, Implementierung, Testen und Dokumentation. Das Praktikum ist mit 10 ECTS bewertet, was einer Arbeitszeit von etwa 300 Stunden entspricht. Es findet ausschließlich intern an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg statt und ist unabhängig von externen Unternehmen. Eine Voraussetzung für die Zulassung zum Staatsexamen ist das erfolgreiche Absolvieren des Softwareentwicklungspraktikums.
Für das vertiefte Studium muss auch die Technische Informatik für das Staatsexamen mit 10 ECTS nachgewiesen werden. Hierzu wird es während des Moduls drei Klausuren (statt einer großen) geben, deren Bestehen ausreicht.
Die inhaltlichen Themen sind:
- Rechnernetze und -kommunikation
- Betriebssysteme
- Rechnerarchitektur
- Parallelität
- Assembler
- Arduino
- IoT
Die Veranstaltungen orientieren sich am Schuljahr und nicht an den Semestern der Universität, das bedeutet insbesondere, dass in den bayerischen Schulferien keine Veranstaltungen stattfinden.
Wir empfehlen allen zugelassenen Bewerberinnen und Bewerbern die Teilnahme an der Nachqualifizierungsmaßnahme Informatik für Gymnasien und Realschulen. Die Maßnahme sieht regelmäßige Präsenztreffen an der Friedrich-Alexander-Universität in Erlangen vor; in Kombination mit den abgestimmten Selbstlernmaterialien ist das Erreichen der Voraussetzungen für das Staatsexamen Informatik innerhalb von zwei Jahren realistisch.
Besonders empfehlen wir die Teilnahme an den Veranstaltungen zur Technischen Informatik, da diese Inhalte relevant für die Schulpraxis sind.
Bitte beachten Sie:
- Für die Teilnahme an den Lehrveranstaltungen ist eine Immatrikulation an der Universität erforderlich.
- Es wird keine universitäre Abschlussbescheinigung ausgestellt; Bewerberinnen und Bewerber erhalten eine Bestätigung der Teilnahme.
- Im Rahmen dieser Qualifizierung raten wir nicht zu der variablen Maßnahme „Vampier“.